Kleintierweide anlegen und pflegen

Meerschweinchen freuen sich über frisches Wiesengras. Dieses hält sie gesund und hilft beim Zahnabrieb, da sie große Mengen fressen können. Außerdem ist frisches Wiesengras weicher als Heu und damit angenehmer sowie es richtig gut schmeckt. Im Idealfall sollen sie das ganze Jahr täglich wenigstens ein paar Büschel frische Wiese erhalten. Im praktischen Alltag wächst die Futterweide bei den meisten nicht vor der Haustür. Wer einen Garten hat, kann das ändern und eine Kleintierweide anlegen.

Im Handel gibt es verschiedene Hersteller wie Kiepenkerl, Happy Seed oder Linsor, die unterschiedliche Saatmischungen für verschiedene Zwecke anbieten. Häufig haben solche Anbieter sogar mehrere Saatmischungen für Kleintierweiden im Sortiment. Es macht einen Unterschied, ob die Meerschweinchen in Außenhaltung oder im Weidekäfig ständig auf der Fläche grasen oder diese täglich Stück um Stück geerntet wird.

Viele Tiere auf kleiner Weidefläche benötigen einen robusten Rasen. Auf größerer Fläche oder für die tägliche Ernte wäre hingegen eine Mischung aus Weidegräsern, Kräutern und Klee perfekt. Die Hersteller klären in ihrer Produktbeschreibung direkt darüber auf, ob ein regelmäßiger Schnitt erfolgen darf oder erfolgen muss. Wichtig ist zudem, die Grünfläche nur bis zur angegebenen Höhe zurückzuschneiden.

Weswegen nicht den alten Rasen wachsen lassen?

Viele haben bereits eine Rasenfläche im Garten. Wer diese wachsen lässt, kann auch den Rasen mähen und verfüttern, solange keine Giftpflanzen wachsen. Eine richtige Futterweide mit Kräutern ist jedoch abwechslungsreicher und besser. Jedes Kraut hat seine gesundheitliche Wirkung auf Meerschweinchen, Kaninchen oder auch Hühner. Wenn die Tiere immer davon bekommen, bleiben sie gesünder.

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Klee ist in diesen Futterweiden enthalten und ebenfalls sehr wichtig. Dieser ist eine wichtige Proteinquelle. Außerdem zählt Klee zu den Leguminosen. Fast alle dieser Hülsenfrüchtler bilden an ihren Wurzeln eine Symbiose mit Knöllchenbakterien und binden dadurch Stickstoff im Boden. Eine Futterweide mit Klee benötigt höchstens noch etwas Phosphor, Kalium und Spurenelemente, wie sie in Urgesteinsmehl enthalten sind. Alle drei Jahre wäre etwas Gartenkalk förderlich, da der Boden auf Dauer ansäuert.

Ob der alte Rasen wächst oder eine Kleintierweide ausgesät wird: Gerade bei chemischen Düngemitteln ist eine besonders lange Wartezeit bis zur nächsten Ernte einzuhalten. Es soll wenigstens eine intensivere Regenphase und danach ein Monat Zeit vergehen. Solange alles saftig wächst, kann auf jegliche Düngung jedoch verzichtet werden.

Die Kleintierweide für Meerschweinchen anlegen

Selbst beständige Gräser werden nur wachsen, wenn es regelmäßig regnet. Die Kleintierweide würde eine Trockenphase durchaus überstehen, es gäbe aber nicht viel zum Ernten. Deswegen ist es wichtig, wenigstens einen Teil der Fläche gut bewässern zu können. Am bequemsten ist es, ein Feld in der Größe des Rasensprengers oder in Reichweite zur Regenwasser-Tonne anzulegen. Ob dieses Feld mit Randsteinen eingefasst wird oder fließend in den anderen Rasen übergeht, bleibt einem überlassen.

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Für die Aussaat ist der passende Zeitpunkt im Frühjahr oder Herbst abzuwarten. Die alte Vegetation ist zu entfernen. Der Bodengrund soll möglichst eine Humusschicht bilden, die feinkrümelig ist. Ansonsten kann es helfen, auf schweren Böden etwas Sand aufzutragen oder umgekehrt schweren Boden in den Sand einzuarbeiten.

Mit passender Bewässerung beziehungsweise Entwässerung wird die Kleintierweide auch auf schwierigen Böden gedeihen.

Der Großteil der Saat in der Kleintierweide besteht aus Lichtkeimern. Der ebene Bodengrund soll Feuchtigkeit enthalten. Wäre dieser trocken, kann er am Vortag gründlich gewässert werden, am Tag der Aussaat soll er nicht verkleben. Nun wird die Saat in passender Stärke mit der Hand aufgeworfen. Als Nächstes muss die Saat für den benötigten Bodenkontakt angedrückt werden. Landwirte verwenden schwere Walzen hinter dem Traktor. Für kleine Flächen wäre ein mit Wasser gefüllter Kanister gut, um diese Stück um Stück aufzudrücken. Für größere Futterweiden ließe sich eine Rasenwalze im Baumarkt leihen.

Die Saat benötigt bis zu 14 Tage, bis sie keimt. Solange wäre nicht mit dem Wasserschlauch zu wässern, lediglich ein feiner Sprühnebel schwemmt die Saatkörner nicht unter die Erde. Solange die Futterweide noch nicht herangewachsen ist, darf die Fläche nicht betreten werden. Schmale Gänge würden später jedoch wieder zuwuchern.

Futterweide für Meerschweinchen ernten

Die Hersteller machen häufig Angaben zur richtigen Ernte. Nur, dass kein Kleintierhalter für seine paar Meerschweinchen oder Kaninchen alles auf einmal benötigt. Perfekt wäre also eine kleine Heckenschere, die es klassisch als große Schere oder modern mit Akku gibt. Es wird täglich ein kleines Stück gekürzt. Wer doch einmal einen großen Rückschnitt machen muss, kann diesen zu Heu verarbeiten.

Im Normalfall wird die Futterweide Stück um Stück geerntet und wächst schon wieder nach. Zum Herbst könnte noch ein finaler Rückschnitt erfolgen. Die andere Strategie lautet, die Futterweide auf mittlerer Höhe stehenzulassen. Im Idealfall würde es schneien, der Schnee konserviert. Wer diesen wie die Wildkaninchen zur Seite schiebt, kann bis ins Frühjahr das konservierte Grünfutter ernten.

Wenn es im Frühjahr mit dem Wachstum wieder losgeht, kann ein Rückschnitt erfolgen, damit die Kleintierweide kräftig austreibt. Nun wäre ein guter Zeitpunkt, um eine Düngung vorzunehmen.

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Meerschweinchen und andere Kleintiere freuen sich, wenn sie möglichst durchgehend frisches Wiesengras erhalten. Dieses ist gehaltvoller an Nährstoffen, Vitaminen und schmeckt besser. Wer keine Kleintierweide anlegen kann, sollte deswegen geeignete Weidestellen suchen, um alle paar Tage etwas frische Wiese zu pflücken. Diese darf beim Lagern nicht im Innern warm werden. Wer kleine Portionen in Stoffbeuteln oder Plastiktüten in den Kühlschrank legt, kann ein bis zwei Tage überbrücken.

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